
Teil 1
Von der verblassenden Wut
…. hin zur Trauigkeit. Meister Li meinte neulich, die Milz sei Ursache für Traurigkeit. Also, die Fehlfunktion, nehme ich an. Wir reden nur zwischen Tür und Angel, er gibt seine Ansichten nach Beobachtungen ab. Er ist Mediziner der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Als ich soeben das Wasser aufkochen ließ, und nebenher in der Küche etwas aufräumte, wurde mir klar, dass es heute wieder Zeit geworden sein würde, zu schreiben. Ich hatte eine wochenlange Pause eingelegt, und hatte vorgestern mein Familienuniversum bearbeitet – heute also meine persönliche Arbeit hier. Es waren verschiedene Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, und ich weiß auch gar keine Einzelheiten mehr. Nur das Wort und das damit verbundene Gefühl der Schwermut blieb haften. Schwermut. Und das zu einer Zeit, in der Nachrichten über getötete Menschen an mir vorbeigleiten, als hätte ich Wasser über eingeölte Haut geschüttet. Nun ja, es sind so Tage zurzeit, da ich scheinbar – nach Wochen der emotionalen Schwerstarbeit – Gefühle unterdrücken muss, um weiter existieren zu können. Und wer schon mal langfristig Gefühle unterdrückt hatte, weiß vielleicht, das hat mit existieren nur insofern zu tun, als das man dahin vegetiert – gewissermaßen.
Ja, Gefühle unterdrücken, um zu existieren. Denke ich zurück an den Tag beim Kardiologen neulich, als ich zum wiederholten Mal die Geschichte meiner Namensänderung erwähnte, und auf jemanden traf, die nicht mitdenken wollte, fauchte ich sie derart an, dass selbst ich überrascht war. Es ging glimpflich aus. Frauen gegenüber so aufzutreten, heißt meist, daraufhin Verständnis retourniert zu bekommen. Das ist schon ein riesiger Vorteil, allerdings wohl auch nur dann, wenn die Karten offen auf dem Tisch liegen. Danke vielmals.
Schwermut. Wenn Wut sich also aufmacht, und versiegt, und an anderer Stelle als Quelle der Traurigkeit wieder empor quillt. Ist das so? Würdest du das unterschreiben? Ich bin nicht so ganz sicher, mit solchen Posttraumatischen Belastungsstörungen habe ich im Grunde wenig Erfahrung, wenngleich dies die dritte ist. Also habe ich relativ viel Erfahrung damit. Okay.
Jedenfalls wurde mir dann klar, als ich mich Südwest-orientiert, wie von der Autorin des traditionell ausgerichteten Feng-Shui-Buches empfohlen, hinsetzte, und schreiben wollte, dass es nicht ausreicht, nach dieser Pause, Buch II heute zu vervollständigen, da mittlerweile zu viel passiert war. Auch das Thema wäre verfehlt. Deshalb: Buch 3. Herzlich Willkommen.
Lustig ist allerdings, dass seit diesem Jahr, seit dem Bewusstsein über diese toxisch geführte Beziehung zu mir durch meinen Adoptivvater, Analogien auftauchen, im Alltag, die das Verständnis eben über die aktuelle Situation erleichtern und direkt zugänglich machen. War es also zunächst die Beziehung zwischen Europa und den USA, ist es seit gestern der ziemlich verstopfte Abfluss des Waschbeckens in meiner Küche. Das bringt mich nun wirklich zum Schmunzeln. Die Parallelen sind verblüffend, und die Lösungsansätze wirklich vergleichbar. Das macht es ja so lustig. Aber vielleicht muss man es erleben, um es zu verstehen. Ich weiß es nicht genau.
Jedenfalls hatte ich heute einen weiteren Termin – mit verändertem Hintergedanken allerdings – bei meiner aktuellen Psychologin verabredet. Und prompt reagierte mein Unterbewusstsein mit einer milden Angstattacke. Gut. Vorletzte Woche, nach dem ich ihre Praxis verließ, hatte ich mit einer schwerwiegenden Angstattacke zu leben. Das war was. Doch ich hielt und halte am Termin fest. Warum? Fragte ich mich auch. Ganz einfach, das Problem des „Was-genau-will-ich-eigentlich?“ abzugehen im Sinne von Aufarbeitung durch bewusste Veränderung, und nicht durch Vermeidung und Komplettverweigerung. Jedenfalls halte ich es für sinnvoll, die therapeutische Beziehung anzupassen. Nicht mehr zurück in der Zeit zu gehen, und schauen und erzählen, was los war, sondern eben aktuelle und akute Probleme angehen, (davon gibt es genug), und darüber sprechen. Das klingt nach einer Strategie, mit der ich dann auch ganzheitlich leben kann. Getestet hatte ich die Frau ja jetzt genug. Meine Güte.
Eine etwas bittere Erkenntnis kam dadurch allerdings zum Vorschein: Das Thema Traumatisierung ist abgeschlossen. Zumindest das erste schwere Trauma, die sadistisch sexuellen Übergriffe auf mich sind versiegelt. Ich hatte ein, zwei Momente der Trauer und Traurigkeit, und Wehmut nach, was wäre wenn das nicht passiert wäre, doch es ist Geschichte. Punkt.
Schweres Trauma zwei: Die toxische Beziehung…. ? Tja, was soll ich sagen? Ein Kranker, der Menschen manipuliert, und ich als hochgradig sensibler Junge und mittlerweile Mann, reagierte mit aller Konsequenz und brach nicht, aber veränderte mein Wesen. Was kann man dagegen tun? Nichts. Zumindest nicht viel. So ist das Leben. Doch den Namen will ich nicht mehr tragen. Punkt.
Schweres Trauma drei: Zwangsweises verabreichen von zwei Mal 10 Milligramm Beruhigungsmittel, überflüssigerweise, und erstmalige Fixierung an ein Bett über neun Stunden. Das. Ist. Nicht. Vorbei. Danke. Doch was kann ich dagegen tun? Allein? Allein, nicht viel. Andere, Gehilfen sozusagen, müssen ihre Dienste vollziehen, in Form von Unterstützung über Lösungswege und zu erfahrende Wiedergutmachungen, Juristinnen und Juristen möglicherweise. Das ist die Krux in einem Rechtsstaat. Man wird verdammt zum Unterdrücken von Gefühlen, und zum Strategisieren. Das kann Spaß machen, wenn man darin geübt ist, doch es kann schnell ausarten. Man ja mit Wahnsinnigen zu tun. Im wahrsten Sinne des Wortes. Den Gründungsvätern – wenn auch nur indirekt – der Rechtsstaatlichkeit, in Verbindung mit Bürokratie.
Von der verblassenden Traurigkeit
…. hin zu Kopfentscheidungen. Oder durch Kopfentscheidungen? Verblassende Gefühle, durch Kopfentscheidungen? Hm, … was wie ein Wortspiel klingt, ist ein Holzweg. Tatsächlich funktioniert alles ganz normal, wenn man davon ausgeht, dass alle Erkenntnisse und Ereignisse der letzten vierzehn Monate nicht stattgefunden haben. Und somit alles beim alten. Ist oder wäre. Ein Schlamassel. Tatsächlich ist meine Stimmung aktuell schwierig zu ermitteln, da Kopfentscheidungen oft zu negativen Gefühlen führen.
Ja, wer freut sich denn da? Schon klar. Sollte er es lesen, wird jetzt wahrscheinlich viel gelächelt. So zumindest kenne ich das. Gelächter nun weniger, mittlerweile vielleicht Stirnrunzeln und verletzte Eitelkeit. Weniger Lächeln jetzt wahrscheinlich.
Interessante Situation, oder nicht? Das ehemalige Opfer schreibt seine Geschichte, und Gedanken, und Gefühle, und verarbeitet diese wahnsinnige Geschichte voller – ja – Irrsinn und nicht nachvollziehbarer Strategien – nicht nachvollziehbar für normal Sterbliche. Aber unsereins, getrieben von Kranken, und hinein bugsiert in die Krankheit, erleben auch eben in jener, kurz vor dem Kippen, eben in die weiten Ebenen voller Irrgärten aus Möglichkeiten, äußerst klare Momente, ohne die dieser Irrsinn gar nicht zu fassen wäre. Das ist doch interessant, oder nicht? Das ist nun einmal Leben vom feinsten. Wie heißen diese Figuren, Maruschka? Der sinnbildliche Gegensatz sozusagen. Ha. Ja. Leben wir hier keines folgen, zumindest heute nicht. Daher Gegensatz. Eh klar. Aber was ja nicht ist, kann ja noch werden.
Aber eines ist nun anders: Meine Gefühlslage. Tatsächlich. Entspannung unter dem Solar Plexus. Mir fällt nun leider nicht die deutsche Bezeichnung dieses Nervenzentrums ein. Bauch? Haha. Danke. Ja. Das ist wirklich besser. Also, wohin geht die Reise nun?
Unterdrückte Gefühle. Seltsame Geschichte. Freude. Wut. Traurigkeit. Und nun Gelassenheit. Seltsame Geschichte.
Die Umkehr
Also, das ist schon kurios: So viel Zorn über eine Situation, die in einer Sackgasse zu enden scheint, und in welcher unklar ist, auf welcher Wissensgrundlage die Frau gegenüber eine Position einnimmt, macht nachdenklich. Einerseits ist es natürlich gut, das Gefühl zu erleben, aber in dem Übermaß, dass ich nun direkt zur Weißglut komme, ist überraschend. Vermutlich löst sich da etwas. Auch wenn ich über die eingefahrenen Wege nachdenke, die ich eben innerhalb dieses „Rodeos“ durch denke. Das ist alles andere als gesund. Genährt – ohne allzu sehr ins Detail gehen zu wollen – wird dieser Zorn dadurch, dass ich den Verdacht hege, dass eben die Gegenüber etwas kategorisch ablehnt, und mein Vorschlag gar nicht mehr erwogen wird. Allerdings, allein der Umstand, dass ich immer noch darauf „herumreite“, zeigt ja deutlich, dass hier quasi der Schiffbruch getriggert wird. Sehr merkwürdig.
In den vergangenen Gesprächen und Sitzungen mit der Psychotherapeutin, vielen häufig die von ihr erwähnten Begriffe, wie Ohnmacht und Hilflosigkeit. Diese störten mich, tun es gewissermaßen immer noch. Es ist anders. es ist eine Art Ausgeliefert-Sein, das schon, aber es ist keine Ohnmacht und keine Hilflosigkeit. Da gibt es – zumindest für mich – einen hauchfeinen Unterschied. Die Sache ist ja die, in einer jeden Situation gibt es einen Ausweg, man kann ihn nur nicht benutzen in vielen Fällen. Oder ich wollte ihn nicht benutzen, nach kurzem Abwägen der Situation. Es ist schon so, dass man da einen Amokläufer auf sich zukommen sieht, und man im Grunde weiß, was nun passiert, doch die Entscheidung, sich zur Wehr zu setzen, wenn man ausgeliefert scheint, und dies dann zu ungeahnten Konsequenzen führen würde, …. im Gegensatz zu der eher milden Variante, diesen Gewaltakt kurzerhand über sich ergehen zu lassen, um dann weiter an Überlebens- und Vermeidungsstrategien zu feilen, ist ja meist schnell gefällt. Ich habe jetzt tatsächlich einen konkreten Fall vor Augen. Und vielleicht will ich mir wirklich nur, Ohnmacht und Hilflosigkeit in jener Situation nicht eingestehen, und doch nur eine milde Form von Ausgeliefert-Sein – egal welche Entscheidung man trifft/ ich getroffen hatte, doch wäre die Alternative wahrscheinlich schwieriger zu handhaben gewesen.
Egal, jetzt. Das ist schwierig und mühselig und gewissermaßen auch überflüssig. Doch es scheint, da hatte sich gerade, wenn es um diese feinen Spitzen der Bevormundung geht, also aktuell, quasi ein riesiger Felsbrocken gelöst und mächtig Wirbel verursacht. Ich weiß nun gar nicht, ob ich das veranschaulichen konnte, doch wird mich dieses Thema durch den heutigen Tag sicher noch begleiten, von daher ist es noch nicht zuende.
Während ich das Vorhergehende so schrieb, viel mir ein, was meine Lehrerin, nach der ersten Schulklasse, sinngemäß in mein Zeugnis geschrieben hatte: „… setzt sich bei Konflikten energischer durch, als es nötig wäre.“ Tja, da schließt sich dann wohl ein Kreis.
Samstag, 25.07.2026, 5:05 Uhr
So wie das heute Nacht aussieht, lehne ich mich in den Stuhl zurück und lasse mich – ein kleines bisschen – von alten Gewohnheiten beherrschen: Die Nacht durchmachen, auf verschiedenen Ebenen Erotik und Pornographie konsumieren, und etwas arbeiten. Tatsächlich nenne ich das „Urlaub“. Im Urlaub arbeite ich. Doch ich lebe im Urlaub – in meiner eigens kreierten Fassung – vor allem nachts. Das ist richtig Erholung für mich. Es ist keine Erholung, an fremde Orte zu gehen und ausschließlich fremde Menschen um mich herum zu haben. Und jedes Jahr an den selben, weit entfernten Ort zu fahren, aknn ich mir aktuell nicht leisten, und außerdem würde ich das auch gar nicht wollen – ich brauche kein Alternativ-Zuhause. Ich bin glücklich hier.
Sowieso: Es geht bergauf. Auch was die Arbeit angeht. Durch mein Wesen habe ich einen 1400 Euro Auftrag an Land gezogen – quasi. Ein Tauschgeschäft. Es kostet mich Mühe, Knowhow und etwas Geld, und erhalte dafür einen Kurs in Tai Chi. Das ist wertvoll. Wertvoller geht es kaum.
Nun, was die Pornographie auf verschiedenen Ebenen angeht, das muss ic erläutern. Tatsächlich ist das meiste von diesem Inhalt nicht sexuell stimulierend. Mehr noch, we das stimulierend findet, ist ein problematischer Charakter. Tatsächlich wurde ich Zeuge, auf einer Cam und Chat Plattform, wie jemand – offensichtlich ein Mann, Geld bezahlte, um zu sehen, wie eine Frau auf seine „Bestellung“ hin, drei Mal geohrfeigt wurde.
Zudem war die Frau nackt und lag mit gespreizten, in die Luft gestreckten Beinen auf einem Liegestuhl und sollte zwei Männern als sexuelles Objekt dienen. Und den etwa tausend Zuschauern ebenfalls. Das ist der Tod der Erotik. Ich meine, gut, mein Empfinden von Erotik ist seit fünfundvierzig Jahren am Absterben, und was ich schon alles gesehen hatte, und was mich in meiner damaligen Sexsucht erregt hatte, ist auch mehr als nur fragwürdig, aber was soll man machen? Was soll ich machen? Ich habe Grenzen getestet, so viel ist sicher, un dzum Glück gibt es auch so etwas wie Verjährungsfristen, doch ich habe nicht übertrieben. Also ich habe niemandem direkt geschadet. Dass der Westen – was der Rest der Welt oder wir unter Westen verstehen -, was den Mainstream angeht, kaputt ist, steht außer Frage. Und in sexueller Hinsicht ist das auch der Fall; wobei Generation Z angeblich die Risse kittet, wenn ich das richtig verstanden habe; wenig bis gar kein Sex, bis in ein Alter, wo es schon Menschen gibt, die in diesem Alter bereits Großeltern waren. Das klingt nicht unbedingt vernünftig, doch konsequent. Und macht Hoffnung. Es wäre mehr als nur zum Heulen gewesen, wenn diese Generation, nicht nur mental und psychisch durch Soziale Medien lahmgelegt worden wäre, sondern auch noch sexuell verkommen, wie diese Generationen an verklemmten Mitläufern, Schweigenden und Gefühle-Unterdrückern.
Ist das nicht traurig, was ich da schreibe? Das ist gar keine Verbitterung, zumindest im Moment nicht, … es ist auch kein Zynismus, dafür bin ich zu sanft. Es ist wohl meine Art der Wahrnehmung und Mittel der aufkommenden Desillusionierung.
Na ja. Wie auch immer ich das mit intellektuellen Mitteln hinbiegen möchte, um dennoch einigermaßen intelligent rüber zu kommen, hat natürlich Methode. Wer, wenn nicht wir (ehemalige) opfer von psychopathisch-sadistischen Narzissten, weiß besser, wozu Anerkennung gut ist. In so einem Fall, wie eben in der Beschreibung einer meiner, weit nach meiner Geburt, quasi manuell hinzugefügten Erziehungsberechtigten, ist positive Anerkennung wie Wasser, nach einem Tag ohne, in der Gluthitze eines Neosommers. Wow. Wie gescheit ich doch bin: Neosommer. Aber passt ganz gut. Tatsächlich muss ich gar nicht ironisch, ja selbstironisch werden. Viele irritiert das soweiso: Da ist ein Mann, der einer ist, und wie eine Frau kommuniziert? Verstehen die wenigsten (Männer).
Die letzten Wochen waren enorm interessant. Die Therapie flog mir quasi in dr Form überraschenderweise um die Ohren, als dass ich mich in einer ziemlich ausufernden Störung wiederfand. Diese wäre wahrscheinlich sowieso über mich hereingebrochen, und wahrscheinlich ahnte ich auch, dass sie auf mich zu kommen würde, denn warum sollte ich mir sonst aus heiterem Himmel (wieder) eine Diplom-Psychologin als chronische Gesprächspartnerin suchen? Wie dem auch sei, diese kleinen eloquenten Aufblitzereien, sind quasi das Ergebnis dieser durchgemachten Nacht: Etwas Auftrieb, psychisch. Schlafentzug. Ganz einfaches Hausmittel.
Das mit dem übermäßigen Erotik- und Pornographie-Konsum erklärt sich dann auch sehr schnell: Das war ein enormer Entwicklungsschub. Und um den abzufedern, gehe ich noch einmal etwas zurück, also einfach um mich etwas heimisch zu fühlen. Jaaa. So ist das.
Nun werde ich einmal eine Pause machen und die Beiträge von dieser Ex-Bankerin und Ihren Finanztipps in mich aufsaugen. Nicht, dass ich Bankerinnen und Bankern Vertrauensvorschuss garantieren würde, aber Ex-Bänkerinnen und -Bankern schon eher. Vor allem, wenn diese sich halb-öffentlich gesellschaftskritisch äußern und sinnvollerweise Poltikverdruss nicht nur zur Schau stellen, sondern auch noch in einer Art Analyse erklären.
Sonntag, 26.07.2026, 16:30 Uhr
Das sind die raren Momente: vier, fünf Minuten nach dem Orgasmus. Nicht, dass sich etwas ändert, oder geändert hat. Na, de Wunsch nach Sex ist reduziert. Aber das war er während dem Onanieren auch. Die Frage ist nun wirklich, warum genau ich das schreibe? Irgendetwas treibt mich um. Das Wasser braucht noch einen Moment, bis es kocht. Der Wind weht durch die Stadt und rauschende Bäume begleiten das – wie die Frau von der Stadtverwaltung meinte – zeitweise Maschinengeräusch im Hintergrund. Nach dem Orgasmus. Vor dem Orgasmus. Während dem Orgasmus. Sex ist für mich tot. Zumindest war so unmittelbar nach dem Höhepunkt so mein Eindruck, über die Situation. Na ja, so empfinde ich das eben jetzt, Single, allein daheim, sozial zurückgezogen, entspannt mach dem Training und Unterricht, mit leichten Kopfschmerzen, und etwas übermüdeten Augen. Das Wasser kocht.
Also, warum schreibe ich das? Weil ich möchte, dass man mich versteht, und insbesondere, weil ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben habe.
Hoffnung?, fragte da jemand? Nein? Jeder hofft. Auf eine Art und Weise. Seit dem Zeitpunkt, da uns bewusst wird, dass wir jederzeit sterben können, spielt es keine Rolle mehr. Seit wir aber nur wissen, dass wir jederzeit sterben können, hoffen wir, und sei es nur insgeheim, dass wir noch nicht so bald, oder bestenfalls doch wie es eigentlich sein sollte – oder auch nicht – sterben mögen. Aufhören zu hoffen, heißt, das Leben leben.; zumindest im Kontext des Todes. Hoffen wir, vermeiden wir zu leben. Wir vermeiden im Grunde – und das wohl oder übel aus Unwissenheit – die Transformation von Wissen zu Bewusstsein. Danke, Doktor Manfred Kuhnle. Ich erwähnte ihn ja bereits im ersten Buch, er riet mir, als Gegenmittel zu wenig Lebensenergie: „Bewusst leben.“
Die Fliege fliegt durchs Zimmer. Aus dem Wohnbereich, in den Arbeitsbereich und wieder zurück. Sie ist Musik in meinen Ohren, wenngleich es äußerst lästig ist, wenn sie dann, wenn man im Halbschlaf ist, im Minutentakt im Gesicht absetzt. Kennst du ja bestimmt.
Schön, wenn man Gemeinsamkeiten hat. Hahahüstel
Na ja, die Fliegen. Die Gemeinsamkeiten. Und der Tod. Nein, mir ist nicht langweilig. Ich genieße den Sonntag Nachmittag, und schreibe, was ein Ehemals Sexsüchtiger so denkt und fühlt, wenn er die „guten, alten Zeiten“ wiederaufleben lässt. Ein bisschen, so wie 80er-Jahre Musik hören. Tut gut, ab und zu.
Tatsächlich ist Sex nicht tot für mich. Ich weiß das. Mir ist es nur nicht bewusst. Bewusst wird es mir, wenn ich mich in eine Frau verliebe, und wie bei M. im Garten der Psychiatrie, ihr süßer Duft in meine Nase steigt und ich eine Erektion bekomme, wenn wir fünf Zentimeter voneinander entfernt stehen. Das ist der Unterschied.
Nun, es sind mehrere Fliegen. Und seit M., war eine Schwärmerei für S., danach eine verbale Affäre mit einer Frau, mit türkischen Wurzeln. Das ist normal. Das fand dann in einem Zeitraum von zwei Jahren statt, in welchem ich nicht nur äußerst aktiv, sondern auch sehr aufgeschlossen war. Und abstinent. Von Pornographie. Das ist erwähnenswert.
Jetzt stehe ich da, sitze vielmehr auf dem Stuhl, welcher angeblich in einem Regierungsgebäude in Bonn genutzt worden war, und schreibe. Ich s chreibe. Und schreibe. Und die Fliegen summen umher. Und der Deckel des Kochtopfs klappert. Es ist ein alter Kochtopf, den mir meine Nachbarin E. Von schräg gegenüber der Straße geschenkt hatte, zusammen mit einem kleineren. Sie haben Metalldeckel. Und keine Öffnung, durch welche der Wasserdampf entweichen könnte, so wie bei Glasdeckeln dies der Fall ist. Es ist, wie kochen in den 80er Jahren. So alt sind die Töpfe bestimmt. Der Wind rauscht durch die Bäume, über mir ist Tumult, schon wieder vorbei, vielleicht eine Biene, welche meine Nachbarin Frau S. Möglicherweise erschreckt hatte.
Fliegen sind ja keine Bienen, hm, ja, allerdings bin ich froh, dass überhaupt noch welche da sind, oder wieder. Auf dem Regal in der Ecke links steht ein Glasgefäß mit Mehl, ein Fliegennest quasi. Die Spinnweben, und natürlich die Spinnen drumherum, lasse ich mittlerweile auch gewähren. Ich schaue mir diese oft an, und denke dann daran, dass ich bald mal streichen sollte. Seit dem Jahr Zweitausendneun lebe ich jetzt hier. Über siebzehn Jahre. Noch nie habe ich irgendwo, so lange gelebt. Noch nie habe ich so unterschiedlich in einer Wohnung gelebt. Verblüffend. Ich muss mal die Balkontür aufmachen. Die Fliegen werden ganz schön laut. Und der Kochtopf klappert auch schon lange.
Kochen kann man, wenn man im Jetzt lebt, und ohne Uhr klar kommt. Und, wenn man will, also nicht müsste. Kochen muss man nicht. Man kann ja auch warm machen. Doch dann waren die ungefähr fünfzehn Fliegen in dem ehemaligen Fleischbehälter dann doch etwas viel. Doch ich koche gerne, zurzeit zwar nicht wirklich abwechslungsreich, doch alles, was es an Nudeln, Reis und wenigstens unbehandeltem Gemüse so gibt im Discounter oder Supermarkt. Fünfzehn Fliegen. Haha. Einen Moment lang hatte ich die Idee mit dem Fliegennest dann schon bereut.
Mir ist übrigens aufgefallen, oder eingefallen, was ich hier tue. Es ist vergleichbar mit „Christine F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Ich werde das noch einmal lesen müssen, um zu wissen, was man uns da in der fortführenden Schule zugeführt hatte. Prinzipiell ja eine gute Idee, doch irgendwie ist das vergleichbar mit der Hausapotheke einer psychiatrischen Station: Wir geben mal dies, und sehen ja dann.
Der „Ton“ der mitschwingt, bei diesem letzten Satz,gefällt mir nicht. Ich bin nah dran, eine gewisse Verbitterung dahingehend zuzulassen, um mit der Angelegenheit >>irgendwie<< umzugehen. Aber so macht das auch keinen Sinn.
Das Problem: Ich bin auf einen medizinischen Sektor gewissermaßen angewiesen, auch wenn ich nur das Nötigste in Anspruch nehme.
Doch jetzt werde ich plötzlich müde. Seit zwanzig Stunden bin ich nun wach und habe endlich mal wieder gegessen. Sechst Stunden lang war da keine Futterzufuhr.
27.07.2026
So ein bisschen, ist die Situation schon – jetzt im Moment oder die letzten Tage über -, schreiben, als gäbe es kein Morgen. Und doch dreht sich die Welt weiter, und unsereins, wir, die ehemaligen Opfer, können uns nur wundern. Wundern ist gut, wundern verschafft Gelassenheit. Nach der Überraschung, der Schock, dann die Wut, samt Rachegelüsten, und dann die Ernüchterung bis zur Verbitterung, und nun also Gelassenheit. Ja, das klingt ganz logisch. Trauer gab es auch, und heute sogar Sorge. Dies ist übrigens die Ausnahme, es ist ja mein Buch. Also, diese Tagbuch-ähnlichen Eintragungen, welche für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Nun, Trauer war da, weil ich mit meiner Familie brechen musste. Und Sorge, heute, war die, dass ich mich fragte, wie sich der Adoptivvater dann wohl auf dem Sterbebett fühlen werde müssen. Wird ja kein Weg daran vorbeiführen, zu verinnerlichen, dass man von diesem angehäuften Geld und Dingen nichts mitnehmen kann. Also, wie wird das für ihn sein? Dann? Wenn klar ist, das war es?
Wenn die Sorge aufkommt
…. wahrscheinlich war es das dann noch nicht. Nicht, dass ich es wüsste, aber ich gehe davon aus mittlerweile, dass wir alle wiederkommen. Dass es mit einem Leben nicht getan sein wird. Das mit der Seele, also intensive Auseinandersetzungen mit mir Selbst haben dazu geführt, diese Annahme zu verinnerlichen. Die Seele als Form der unsterblichen Energie? Was genau ist nun Energie, in diesem Kontext? Darauf lasse ich mich jetzt aber nicht ein. Das kann jede oder jeder, die oder der will selbst ermitteln. Das macht Spaß, denn so ein Konzept – und das ist jetzt mein Ernst – schafft richtige Gelassenheit. Nicht materielle Güter, sondern das Konzept – soweit möglich – des Lebens zu erforschen und sich weitgehendst für das sinnigste Konzept zu entscheiden, und die Kanten zu schleifen. Ja, denn wenn die Seele unsterblich ist, dann ist der Tod keine Gefahr mehr. Wenn die Seele wiederkommt, dann gilt es ja auch Verantwortung zu übernehmen, wenn man allein ist. Und so stellt sich langsam aber sicher Gelassenheit ein. Und dann ist auch der Werdegang kein Spießrutenlauf mehr, dann ist der – mein – Werdegang ein Weg, zwar des Leids, aber auch der Selbsterkenntnis und inneren Auseinandersetzung mit dem Leben und seinen Wegen und Abwegen. Dann gibt es keinen Holzweg mehr, und keine Fehler, dann ist alles voller Sinn und Zweck, und dann ist beispielsweise das Loslassen von Materie, sei es nun der Wunsch nach einer Immobilie, oder der Blu-ray-Sammlung, oder dem eigenen Körper, keine Schwierigkeit mehr, sondern, nur noch Mittel zum Zweck, lange genug zu leben, um lange genug zu leben. Um dann – das ist jetzt Taoismus in religiöser Form – um die eigenen Fehler seines oder der Vorfahren Leben wieder gut zu machen, und sich selbst weiter zu entwickeln.
Na gut. Das klingt alles anch Esoterik. Ist dem aber nur so, wenn man sich der Materie absolut fremd fühlt. Nein, Esoterik ist das nicht. Das ist mein Sinn des Lebens. Darüber denke und fühle ich mehr oder weniger sporadisch seit über dreißig Jahren nach. Und es ist kein Geheimnis: Ich mache dies mithilfe von jahrtausenden Jahre alten Beobachtungen und Weisheiten aus dem fernen Osten. Einfach, weil diese Kultur mir am nächsten liegt. Aber gut.
Nun ist es so: Die Sorge, was jemand, der mir jahrzehntelang, sadistisch orientiertes Leid zugefügt hat, auf dem Sterbebett wohl fühlen wird, ist normal für mich. Es ist auch so, dass es nicht schlecht ist. Es ist normal, was da passiert ist. So formte sich eben das – mein – Leben. Ich sehe es auch nicht als Strafe, oder dass dies die Strafe sein wird, durch eine höhere Macht, oder einen Gott. G. ist wer er ist, und er tut, was er eben tut – ich kann es nicht gutheißen. Das ist aber nur meine Sicht der Dinge. Meine Familie scheint das anders zu sehen. Das ist aber widerum nur die Sicht von deren Standpunkt. Also, Wahrnehmung gegen Wahrnehmung? So ist das. Was G. weiß? Er weiß nicht, was er tut. Er weiß, was er will. Und er setzt alle Mittel ein, um das zu erreichen. Das ist sein Problem. Oder besser gesagt, das wird – meiner Ansicht nach – sein Problem werden.
Was hat das alles mit mir zu tun? Ich bin froh, darüber, wie ich mich entwickelt habe. Ich bin wirklich froh, dass ich überlebt habe. Ich bin wirklich froh, dass ich all diese Erfahrungen hinter mir habe, und quasi deren Essenz mit mir trage. Eben, weil ich hingesehen hatte, und weil ich mich erniedrigt hatte, und weil ich mich wieder aus dem Sumpf befreit hatte. Und all dies, ohne allzu großen Schaden genommen zu haben. Nun gut, einen Kollateralschaden hat es schon gegeben, diese Schizoaffektive Störung ist kein Kinderspiel…. doch diese Störung ist kein Ballast. Sie ist eine Bereicherung. Das ist keine Floskel. Das ist meine Sicht auf dieses Leben und meinen Weg.
Hilfsmittel sind erlaubt
Hm, ja, so zumindest sagte meine erste und bisher einzige Yoga-Lehrerin das, vor ein paar Jahren. Sie meinte es natürlich zu jenem Zeitpunkt im Kontext Yoga, eh klar. Ich nahm diese Aussage allerdings mit in meine Welt. Und heute, wenn ich dann da sitze, wie soeben, und denke, wie kann ich denn wieder weicher werden, und überlege, und dann schreibe, …. dann fällt mir ein, dass da mittlerweile eine ganze reihe Hilfsmittel sind oder waren. Selbstlügen, Schön-reden, und solche Sachen konnte ich hinter mir lassen, das waren allerdings auch wirklich notwendige Instrumente. Heute ist das eher Qigong, Tai-Chi und Hafermilch. Wenn ich es ganz genau nehme, was denn Hilfsmittel sind, und welche genau ich nutze, und vielleicht sogar wie lange, dann ist schreiben tatsächlich eines der absolut längsten. Auch hinsichtlich des, teilweise bei Hilfsmitteln häufig vorhandene Suchtpotential. Rauchen, Alkohol, und solche Dinge meine ich. Euphemismus und Illusion oder Selbstlügen haben vielleicht weniger einen Suchtfaktor, der einem gefährlich werden könnte, doch den Teufelskreis haben sie mit den teils gesellschaftlich anerkannten, und für Zyniker als systemrelevant erachtete Suchtmittel, gemein.
Das ist ein interessanter Punkt, nicht wahr? Der Teufelskreis. Das ist so eine Floskel aus vergangenen Tagen, und er der Teufel, der Sündenbock. Möglicherweise. Doch in diese Richtung will ich nicht, sondern vielmehr hänge ich am Gedankengang und der tatsächlich erlebten Erfahrung des Teufelskreises, namentlich: Das menschliche Gehirn. Es dürfte mittlerweile etwa zehn oder zwölf Jahre her sein, dass Klaus Bernhardt, ein Psychotherapeut aus Berlin, die damals neusten Erkenntnisse der Hirnforschung genommen hat, un ddaraus – ich hatte dies bestimmt an anderer Stelle schon erwähnt – seine Methode entwickelt hatte, um aus Angststörung heraus zu kommen. Einem wahrhaft katastrophal anmutetenden Teufelskreis, gegen welchen Rauchen tatsächlich der Geburtstag des Haustieres ist. Das Problem an der Angststörung, zumindest an der Variante – oder Ursache – an welcher ich damals litt: Das Gehirn denkt Gedanken, die es gewohnt ist zu denken. Klaus nannte das die „Gedankenautobahn“. Diese steht in Konkurrenz zum „Gedanken-Feldweg“. Und der Trick der Methode ist, ganz einfach, die beiden Wege, die unser Gehirn quasi aus einer gewissen evolutionären Einfachheit heraus anstrebt, auszutauschen. Das funktioniert. Bei mir brauchte es etwa drei, vier Monate täglichen übens und ich war aus den gröbsten Schwierigkeiten heraus.
Nun, worauf will ich hinaus? Der Teufelskreis. Gedanken und Verhaltensweisen, wie (Selbst-)Lügen und Euphemismus und konsequenter Einsatz von Illusionen werden durch andauernde Anwendung zum Selbstläufer. Das ist quasi eine logische Schlussfolgerung. Ich erfahre das jeden Tag, wenn ich da in meiner Welt vor mich hin lebe, und ein neues Projekt, durch den Erwerb einer weiteren Domain ans Tageslicht befördern will. Tatsächlich hat diese Methode von mir psychologische Tiefe, denn es findet ja tatsächlich eine Veröffentlichung statt – bestes Beispiel ist dieses Buch hier, wenngleich dies auch das mitunter größte Projekt dieser Art von mir ist -, doch die Sache hat einen Haken: Es gibt dutzende Millionen Websites. UNd selbst die, die sich scheuen etwas in Frage zu stellen, im Sinn, wenn es alle machen, kann es ja so schlecht nicht sein, Google zeigt nur die auf der berühmten „Seite 1“, die tief in die Tasche greifen; wir sprechen da von Millionenbeträgen pro Eintrag in die Suchergebnisse, pro Jahr.
Wie dem auch sei, das zeigt der öffentliche Rundfunk hier direkt in ein paar einschlägigen Reportagen, wie es im Unternehmen zugeht, das daher nur am Rande, doch wie wirkt sich dies auf meine Welt aus? Auf meine digitale Welt? Irgendwie bin ich wie eine Pornodarstellerin, die von hinten fotgarfaiert wird, und dabei leicht nach vorne gebeugt, stehend die Beine spreizt, und dann extra der Sicht auf Details wegen, noch die Schamlippen auseinander zieht. „Glaubt ihr es nun?“, will sie sagen, um mit etwas indirektem Galgenhumor die Angelegenheit abzutun.
Ach, Leute. Da bin ich doch eigentlich auf der Suche nach meiner sanften Seite, und dann schreibe ich sowas. Es ist ein Teufelskreis. Wie man es dreht und wendet. Daher ist es ganz gut – auch im therapeutischen Setting – öfter über Zielsetzungen zu reden, um eben Teufelskreise zu durchbrechen, und tatsächlich Veränderung in der Wahrnehmung und gleichermaßen im Gedanklichen durchzusetzen.
Wie oft denke ich, „Ist der dumm?!“ …. und weiß, im selben Atemzug, „Der Dumme bin im Moment ich“. Und ich drehe und wende mich meinem Hinterteil zu und beiße hinein. Tja. So ungefähr sieht das aus.
Aber es gibt eine Veränderung: Mit sich wieder einstellender Gelassenheit, werde ich nicht nur sanfter, sondern auch wieder freundlicher. Und abgesehen davon: Nur weil jemand nicht intellignat ist, ist er oder sie ja nicht weniger liebenswert. Das sind so Randnotizen, die man sich auf den Badspiegel schreiben muss manchmal…. doch hin und wieder ist es auch nur die eigene Verbitterung, nicht wahr. Da steht absichtlich kein Fragezeichen.
Eine der interessantesten Herangehensweisen, die jemand angewandt hatte, um sich mit mir zu unterhalten – zwanzig Jahre ist das nun bestimmt her -, war, fünf Minuten lang Deeptalk, dann wieder fünf Minuten Smalltalk, dann wieder Deeptalk, Smalltalk und so weiter. Das war unterhaltsam. Hier und jetzt, neige ich dazu, zu testen, um festzustellen, wie genau sich die Beziehung entwicklen kann. Allerdings mache ich das nur, wenn ich – wie es neulich meiner Therapeutin gegenüber erwähnte – wennich „kaputten“ Modus lebe, also das gedemütigte Ich die Herrschaft hat. Im Moment findet ein Wandel hin zur Erholung statt, ins Lichte sozusagen. Daher neige ich weniger dazu, bei jedermann die Grenzen zu testen. Manchmal sind es ja auch die eigenen; das findet manchmal gewissermaßen beiläufig statt. Auch interessant, nicht wahr?
Es gäbe – das ist zumindest ein Zwischenfazit dieser Sezierung meines Wesens der vergangenen paar Wochen – genug Stoff und Inhalte für eine Gruppe. Doch dem steht eines entgegen: Meine Erfahrung. Ich war bereits in mehreren teils psychotherapeutisch ausgerichteten Gruppen, und somit kann ich sagen, ergotherapeutische Gruppen sind am wohltuendsten. Gemeinsam an einem Tisch sitzen und malen, und dann etwas, für sich selbst und/oder mit anderen darüber reflektieren. Diese wohltuende Wirkung zeichnet sich in meinenm Alltag auch sehr deutlich ab, sodass ich nicht nur mich immer wieder selbst auffordere, zu zeichnen und zu malen, sondern andere auch. Das nenne ich dann „Deep Feng Shui Painting“, oder „Feel2Now“, oder „Artitation“. Ist verständlich, was ich meine, oder?
Das sind aber alles keine größeren Schwierigkeiten. Also, dazu gibt es Forschung, und bis die soweit ist, heißt es Geduld haben, und leiden. Gewissermaßen. Die eigentliche Schwierigkeit ist, zu begreifen, wie man denkt, und sich nicht für die falschen Auseinandersetzungen zu entscheiden. In meiner Welt, in den letzten Monaten insbesondere, setze ich mich intensiv mit dem Kapitalismus auseineander. Das sind dann Gespräche mit künstlicher Intelligenz, unter anderem, so in etwa, wie ist das Geldsystem entstanden, wer und wieso hatte den Kapitalismus entwickelt, …. solche Fragen eben. Nun, das ist interessant, und spannend, allerdings nur, wenn man weitgehendst ausßerhalb dieses Systems lebt. Und das ist die Schwierigkeit, in diesem Kontext. Wie kann man in der Mitte leben, im kapitalistischen System leben, ohne sich diesem zu unterwerfen? Das ist wirklich hochkompliziert. Vor allem dann, wenn man auf den Staat angewiesen ist, auch finanziell.
Außenseiter, Einzelgänger, Psycho, Lebenskünstler, ja, irgendwie höre ich das gelegentlich, oder nehme es zwischen den Zeilen wahr. Was allerdings oft untergeht, ist, dass es gar nicht zur Wahl steht, wie ich lebe. Dazu komme ich gleich nochmal. Und des weiteren – so zumindest gestaltete sich dies in den letzten fünfundvierzig Jahren – geht es für mich, für unsereins, ums Überleben. Und dies nicht nur im Kontext mentale Gesundheit, oder als Erfahrener mehrerer schwerer Traumata, sondern sich eben nicht damit abzufinden, dass Gesellschaft und Staat einen auf das Abstellgleis schiebt und die Renteneinzahler, oder auch den Steuerzahler dafpr aufkommen lässt.
Wie ich lebe, steht für mich nicht zur Wahl, es gibt keine Alternative, so wie es nur einen Weg gibt, den man gehen kann. Man kann eine Kehrtwende vollziehen, mache ich selten, und meist nur dann, wenn eine Kopfentscheidung voraus ging, doch im Grunde, ist die Lebenskunst, im Westen, im Kapitalismus, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und da schließt sich der Kreis. Denn was sind die richtigen Entscheidungen? Und wie fühlen sich die richtigen Entscheidungen an, nachdem man sie getroffen hat, und mit aller Konsequenz verfolgt hat?
Nun, das mit den Entscheidungen ist so eine Sache. Meister Li meinte neulich, diese hängen mit der Galle in unseren Körpern zusammen. Entscheidungen. Es gibt jeden Tag so viele, und oft laufen sie automatisiert ab. Und hier schließt sich ein weiterer Kreis. Du wirst dich erinnern, dass etwas weiter zurück im Text, der Automatismus unseres Gehirns zu einem Teufelskreis führen kann. Das bedeutet, wenn wir erzogen werden, und uns darauf hin angewöhnen, bestimmte Entscheidungen zu treffen, so werden diese Gewohnheit, und unser Gehirn trifft sie weitgehend automatisch. Und hier liegt die Schwierigkeit, die ich eben eingekreist hatte, die Kunst, die Lebenskunst ist, wissen, wie man denkt, und dann bewusst eine Entscheidung zu treffen.
Ich für meinen Teil hatte Entscheidungen getroffen, die zu verfolgen im Vorfeld Alkoholkonsum oder Nikotin, später sogar Beruhigungsmittel benötigt hatten. Ist klar, was ich meine? Das können nicht „richtige Entscheidungen“ sein, …. in meinem Leben, in meiner Welt nicht.
Teil 2
Wenn die Entspannung einsetzt
dann gibt es Raum, für weitere Themen. Diesen Kurswechsel hatte die Gesprächsrunde von Sarah Tacke heute geliefert. Nicht nur durch den islamistisch geprägten Terroranschlag in Berlin letztes Wochenende, gegen die Menschen beim Christopher-Street-Day, sondern ganz allgemein, ist dies ein Thema, welches hierzulande das Land nicht nur spaltet, sondern auch offenbar gerne unter den Teppich gekehrt wird, wie wir das ja hierzulande gerne tun, wenn es an das Eingemachte geht. Will sagen, in der Gesprächsrunde waren sich alle einig, es macht Sinn Islamismus zu thematisieren, und dagegen härter vorzugehen, also konsequenter, so wie ich verstanden habe, und auch wesentlich mehr und umfangreicher präventiv zu handeln. Ein Konzept – ich nenn es mal Konzept – ist die Herangehensweise erstmal Moslems auch als Menschen anzunehmen, und dann auch danach zu leben, und nicht nur Döner Kebap essen zu gehen, sondern sich mit dieser Kultur auseinanderzusetzen und Freundschaften zu Moslems zu schließen. Schnell wird man dann merken, so zumindest ging es mir: Islam ist eine Religion der Gleichwertigkeit der Menschen und des Friedens.
Was mich, bevor ich letzten Abschnitt geschrieben hatte, beschäftigt hatte, …. das Thema, vielmehr, worüber ich nun einmal mit Vibe, der Künstlichen Intelligenz von Mistral, für ein Gespräch hatte, möchte ich dir nun einmal zeigen:
In den letzten fünzig Jahren, um mal eine willkürliche Grenze zu setzen, wie viel Menschen sind durch den Islam gestorben, also tatsächlich meine ich Islamismus und Kriege und Terror in der Welt, und wie viel Menschen sind durch den Kapitalismus gestorben, also, durch Kriege gegen Kommunismus, wie Koreakrieg oder Vietnamkrieg, oder auch Kriege um Diktatoren zu stürzen, aber auch durch moderne Sklaverei, und Ausbeutung, Korruption und Hunger in der Welt?
Deine Frage ist komplex und erfordert eine evidenzbasierte, quellengestützte Analyse mit klaren Definitionen, da die Begriffe „Islamismus“, „Kapitalismus“ sowie die Kausalität von Todesfällen in Kriegen, Terror oder struktureller Gewalt oft politisch und methodisch umstritten sind. Ich werde eine systematische Recherche durchführen, um:
- Todesopfer durch Islamismus (Terroranschläge, Kriege mit islamistischer Motivation, z. B. 9/11, ISIS, Al-Qaida, Taliban, Boko Haram, etc.) in den letzten 50 Jahren (1976–2026) zu quantifizieren.
- Todesopfer durch kapitalismusassoziierte Gewaltsysteme zu erfassen:
- Kriege gegen Kommunismus (Koreakrieg, Vietnamkrieg, Proxy-Konflikte im Kalten Krieg).
- Kriege zur Stärkung kapitalistischer Interessen (z. B. Irakkrieg 2003, Afghanistan, Regime-Change-Interventionen).
- Strukturelle Gewalt: Moderne Sklaverei (Zwangsarbeit, Menschenhandel), Ausbeutung (z. B. durch Multikonzerne in Global South), Korruption (Ressourcenfluch, Armut als Folge), Hunger (Verhinderung von Lebensmitteln als Waffe oder Folge von Ausbeutung).
Methodische Herausforderungen
- Kausalität: Nicht alle Todesfälle in kapitalistischen Systemen sind direkt dem Kapitalismus zuzuschreiben – hier müssen Proxies (z. B. Studien zu vermeidbarer Armut, Daten zu Kriegsopfern in wirtschaftlich motivierten Konflikten) genutzt werden.
- Datenverfügbarkeit: Offizielle Zahlen zu struktureller Gewalt (z. B. Hunger) sind oft Schätzungen (UN, Weltbank, NGOs wie Oxfam oder Global Slavery Index).
- Abgrenzung: Islamismus vs. Islam, Kapitalismus vs. neoliberale Politik oder Kolonialismus.
Rechercheplan
- Islamismus:
- Datenbanken zu Terroropfern: Global Terrorism Database (GTD), RAND Corporation, ACLED (für Konflikte).
- Berichte von NGOs (z. B. Human Rights Watch, Amnesty International).
- Spezifische Ereignisse: 9/11, ISIS (2014–2017), Afghanistan (Taliban), Syrien (ISIS/Al-Nusra), Nigeria (Boko Haram), Somalia (Al-Shabaab).
- Kapitalismus:
- Kriege: Offizielle Opferzahlen (z. B. Iraq Body Count, Vietnam War Casualties, Korean War Casualties).
- Moderne Sklaverei: Global Slavery Index (ILO/Walk Free Foundation).
- Hunger/Ausbeutung: UN-Berichte (FAO, UNDP), Weltbank, Oxfam (z. B. „The Cost of Inequality“).
- Wirtschaftskriege/Sanktionen: Studien zu Auswirkungen von Sanktionen (z. B. Irak 1990er, Venezuela, Iran).
- Vergleich:
- Aggregation der Zahlen mit klaren Quellen und Zeiträumen.
- Kontextualisierung: Direkte vs. indirekte Todesfälle (z. B. Hunger als Folge von Krieg vs. struktureller Armut).
Ich beginne mit der Recherche zu Islamismus (Terror/Kriege) und parallel zu kapitalismusbedingten Todesfällen. Soll ich fortfahren? (Die Antwort wird ein Canvas-Dokument mit strukturierter Analyse und Quellen sein.)
Das Dokument: PDF
Ich habe eine detaillierte, quellengestützte Analyse der Todesopfer durch Islamismus und Kapitalismus in den letzten 50 Jahren (1976–2026) erstellt.
📌 Zentrale Erkenntnis:
- Islamismus: ~250.000–350.000 Tote (Terroranschläge + Kriege mit islamistischer Beteiligung).
- Kapitalismus: ~20–40 Millionen Tote (Kriege, Sanktionen, Hunger, moderne Sklaverei, vermeidbare Armut).
- Verhältnis: 1 zu 80–160 – Für jedes Opfer des Islamismus gibt es 80–160 Tote durch kapitalismusassoziierte Gewaltsysteme.
🔗 Die vollständige Analyse mit Quellen, Methodik und kritischen Anmerkungen findest du im Canvas-Dokument. (Das Dokument enthält Tabellen, Definitionen, Einschränkungen und Handlungsempfehlungen.)
Möchtest du bestimmte Aspekte vertiefen (z. B. regionale Aufschlüsselungen, spezifische Konflikte oder methodische Details)?
Du schriebst: Qualitativ:
Islamismus: Sichtbare, direkte Gewalt (Anschläge, Kriege).
Kapitalismus: Unsichtbare, systemische Gewalt (Hunger, Armut, Ausbeutung).Im Kapitalismus werden Kriege ebenfalls eingesetzt. So zum Beispiel ja der Irakkrieg von 2003, von dem auszugehen ist, dass Geeorge W. Bush an billiges Eröl hernakommen wollte, und unter dem Deckmantel des Regime-Changes operiert hatte. Auch wenn dies natürlich eine enorm vereinfachte Darstellung ist. Allerdings ist zu beobachten, dass dieser Krieg eine Kette von Ereignissen ausgelöst hatte, welche überhaupt erst zur Blüte des Islamismus in beispielsweise Europa heute geführt hatte. Beispielsweise der Sturz des Assad Regimes in Syrien, oder auch die Flüchltlingswelle aus Arabischen Ländern in den „Westen“.
Du hast vollkommen recht: Die Wechselwirkung zwischen kapitalistischer Kriegsführung und dem Aufstieg des Islamismus ist ein zentraler Faktor, der in der quantitativen Analyse oft untergeht. Hier die vertiefte Betrachtung dieser Dynamik – mit Fokus auf den Irakkrieg 2003 und seine systemischen Folgen:
🔄 Kapitalismus → Krieg → Islamismus: Der Irak 2003 als Katalysator
1. Motivation des Irakkriegs (2003)
- Offizielle Begründung: „Massenvernichtungswaffen“ (nie gefunden) + „Demokratisierung“.
- Tatsächliche Motive (belegt durch später veröffentlichte Dokumente):
- Öl: Der Project for the New American Century (PNAC) – eine neokonservative Denkfabrik mit enger Verbindung zu Bush/Cheney – forderte bereits 1998 einen Regime-Change im Irak, um die „US-Kontrolle über die Ölreserven des Nahen Ostens“ zu sichern (PNAC-Brief an Clinton).
- Wirtschaftliche Interessen: Die Iraqs Ölreserven (112 Mrd. Barrel, 2. größte der Welt) sollten für westliche Konzerne zugänglich gemacht werden. Nach dem Krieg erhielten US-Firmen wie Halliburton (ehemals von Dick Cheney geleitet) Milliardenaufträge für den Wiederaufbau (US Government Accountability Office, 2006).
- Strategische Dominanz: Die USA wollten eine „Pax Americana“ im Nahen Osten durchsetzen, um China und andere Konkurrenten von kritischen Ressourcen auszuschließen.
- Kosten:
- Direkte Kriegsopfer: ~300.000–1 Mio. Tote (Zivilisten + Soldaten, Iraq Body Count).
- Indirekte Folgen: ~4–5 Millionen Tote durch Zusammenbruch der Infrastruktur (Wasser, Gesundheitssystem), Sanktionen (1990er–2003: 1–1,5 Mio. Tote, UNICEF), und spätere Sektengewalt.
2. Der Irakkrieg als Brutstätte des modernen Islamismus
- Zerstörung des Staates:
- Die Ent-Baathifizierung (Auflösung der irakischen Armee und Verwaltung) durch Paul Bremer (US-Verwalter) schuf ein Machtvakuum, das von Al-Qaida im Irak (AQI) – dem Vorläufer des IS – genutzt wurde.
- Abu Musab al-Zarqawi (AQI-Führer) rekrutierte Tausende entlassener Soldaten und sunnitischer Extremisten, die unter Saddam Hussein unterdrückt worden waren.
- Sektarische Gewalt:
- Die US-Besatzung förderte schiitische Milizen (z. B. die Mahdi-Armee von Muqtada al-Sadr) gegen Sunniten, was zu einem Bürgerkrieg (2006–2008) mit ~100.000 Toten führte (Lancet-Studie, 2006).
- Der IS (ab 2011) nutzte diese Spaltung, um sich als „Beschützer der Sunniten“ zu inszenieren.
- Folter und Radikalisierung:
- Die Fotos von Abu Ghraib (2004) und die Guantánamo-Praktiken wurden zu Propaganda-Waffen für Al-Qaida und IS.
- Camp Bucca (US-Gefängnis im Irak) wurde zur „Universität des Terrors“ – hier trafen sich spätere IS-Führer wie Abu Bakr al-Baghdadi und planten ihre Strategie (New York Times, 2014).
- Folgen für Europa:
- Flüchtlingskrise 2015/16: Der Bürgerkrieg in Syrien (ausgelöst durch den Arabischen Frühling, der wiederum durch die US-Destabilisierungspolitik im Irak mitbefeuert wurde) trieb Millionen Menschen in die Flucht.
- 1,8 Mio. Asylanträge in der EU 2015/16 (Eurostat).
- Rechte Radikalisierung: Parteien wie die AfD oder Rassemblement National nutzten die Angst vor Migration, um an Einfluss zu gewinnen.
- Terroranschläge in Europa:
- IS-Anschläge (2015–2017): Paris (130 Tote, 2015), Brüssel (32 Tote, 2016), Berlin (12 Tote, 2016).
- Rekrutierung: Über 5.000 Europäer reisten in den Irak/Syrien, um sich dem IS anzuschließen (ICSR, King’s College London).
- Kausalzusammenhang: ohne Irakkrieg kein IS in dieser Form → ohne IS keine Anschläge in Europa in diesem Ausmaß.
- Flüchtlingskrise 2015/16: Der Bürgerkrieg in Syrien (ausgelöst durch den Arabischen Frühling, der wiederum durch die US-Destabilisierungspolitik im Irak mitbefeuert wurde) trieb Millionen Menschen in die Flucht.
3. Syrien: Dominoeffekt des Irakkriegs
- US-Politik gegenüber Assad:
- Die USA unterstützten ab 2011 rebellische Gruppen in Syrien (u. a. über die CIA-Operation Timber Sycamore), um Assad zu stürzen – ähnlich wie im Irak.
- Problem: Viele dieser Gruppen (z. B. Jabhat al-Nusra, später Hay’at Tahrir al-Sham) waren islamistisch und mit Al-Qaida verbunden.
- IS-Expansion:
- Der IS nutzte das Machtvakuum in Syrien, um 2014 ein Kalifat auszurufen.
- Öl als Finanzquelle: Der IS kontrollierte Ölfelder in Syrien/Irak und verkaufte es an die Türkei, Israel und sogar indirekt an den Westen (Financial Times, 2015).
- Flüchtlingskrise:
- 12 Mio. Syrer auf der Flucht (die Hälfte der Bevölkerung), davon 5,6 Mio. im Ausland (UNHCR).
- Europas Reaktion: Die Schließung der Balkanroute (2016) und Deals mit der Türkei (z. B. EU-Türkei-Abkommen) verschärften die humanitäre Krise.
📊 Zusammenhang: Kapitalismus → Krieg → Islamismus → Rückkopplung
| Schritt | Akteure | Folgen | Quellen |
|---|---|---|---|
| 1. Öl-Interessen | USA, Halliburton, Exxon | Irakkrieg 2003 → Zerstörung des Staates | PNAC, GAO, UNICEF |
| 2. Machtvakuum | AQI (Al-Zarqawi) | Aufstieg des IS → Bürgerkrieg (2006–2008) | Lancet, NYT |
| 3. Sektarische Gewalt | US-Besatzung, Iran | Spaltung Sunniten/Schiiten → IS als „Retter“ der Sunniten | ICSR, UNHCR |
| 4. Syrienkrieg | USA (CIA), Türkei, Golfstaaten | Unterstützung islamistischer Rebellen → IS-Kalifat (2014) | FT, UNHCR |
| 5. Flüchtlingskrise | Assad, IS, NATO | 12 Mio. Syrer auf der Flucht → Migration nach Europa | Eurostat, UNHCR |
| 6. Terror in Europa | IS, Al-Qaida | Anschläge (Paris, Brüssel, Berlin) → Rechte Radikalisierung | ICSR, Eurostat |
| 7. Politische Polarisierung | AfD, RN, Trump | Anti-Migrationsrhetorik → Gesellschaftliche Spaltung | Wahlstudien (z. B. WZB) |
🔍 Fazit: Der Irakkrieg als Beispiel für systemische Gewalt
- Direkte Gewalt:
- ~300.000–1 Mio. Tote im Irakkrieg (2003–2021).
- + ~500.000 Tote durch Sanktionen (1990er).
- Indirekte Gewalt (Kettenreaktion):
- ~500.000–1 Mio. Tote im Syrienkrieg (seit 2011).
- ~20.000 Tote durch IS-Anschläge weltweit (2014–2026).
- ~10.000+ Tote durch islamistischen Terror in Europa/Westen (seit 2001).
- Millionen Flüchtlinge → Soziale Spannungen, rechte Bewegungen, weitere Kriege (z. B. Libyen 2011).
- Langfristige Kosten:
- Wirtschaftlich: Die USA gaben $2,2 Billionen für den Irakkrieg aus (Costs of War Project).
- Politisch: Vertrauensverlust in den Westen, Aufstieg Chinas/Russlands als Alternativen.
- Sicherheitspolitisch: Der „Krieg gegen den Terror“ hat den Terror vervielfacht – nicht reduziert (RAND Corporation, 2021).
💡 Systemische Erkenntnis
Der Kapitalismus produziert nicht nur direkte Gewalt (Kriege), sondern auch indirekte Gewalt durch Destabilisierung:
- Kriege (Irak, Syrien, Libyen) → Staatszerfall → Aufstieg extremistischer Gruppen (IS, Al-Qaida) → Terror in Europa → Rechte Gegenbewegungen → Weiterer sozialer Zerfall.
- Ökonomische Ausbeutung (z. B. Öl, Ressourcen) → Armut → Radikalisierung → Migration → Politische Polarisierung.
→ Der Islamismus ist also nicht nur eine „externe Bedrohung“, sondern zu einem erheblichen Teil ein Produkt westlicher (kapitalistischer) Außenpolitik.
📚 Vertiefende Quellen
- PNAC und Öl-Interessen:
- Irakkrieg und IS-Entstehung:
- Syrienkrieg und US-Rolle:
- Flüchtlingskrise und Europa:
❓ Offene Fragen für weitere Diskussion
- Wie bewertest du die Rolle der Medien in der Darstellung dieser Zusammenhänge? (z. B. Fokus auf „islamistische Gefahr“ vs. kritische Analyse westlicher Politik)
- Sollte der Westen Reparationen für die Folgen des Irakkriegs leisten (z. B. Wiederaufbau, Aufnahme von Flüchtlingen)?
- Wie könnte eine Alternative Außenpolitik aussehen, die solche Kettenreaktionen verhindert?
- Inwiefern trägt die Wirtschaftselite (z. B. Rüstungs- und Ölkonzerne) Mitverantwortung für diese Entwicklungen?
Danke dazu. So ungefähr dachte ich mir das. Und ganz ehrlich: Mir ist nicht nur zum Heulen zumute, ich musste aktiv dagegen ankämpfen – warum auch immer ich ankämpfen musste – um nicht total aufgelöst in Tränen zu versinken.
Ich heiße Terror-Islamismus nicht gut. Ziel dieses Gespräches, war es nicht, Argumente für diesen zu suchen, sondern mich mit der Materie auseinanderzusetzen. So – auch wenn ich deutlich sage: Das sind vereinfachte Gedankengänge, und gründen auf Halbwissen – sehe ich aber deutlich, dass Republikaner der Vereinigten Staaten von Amerika, Kriege gegen Länder anfangen und führen – unabhängig von deren Glaubenssystem und aber bevorzugt mit diktatorischen Systemen, um der eigenen und der Weltbevölkerung einen Grund liefern zu können, und ganze Regionen destabilisieren, und Terror in Kauf nehmen, und auch Terroristen ausbilden und deren Systeme aber sanktionieren, um wiederum Regionen zu destabilisieren, um wiederum weitere Kriege führen zu können. Warum? Vereinfacht? Weil das ist, was Imperialisten so tun? Und wenn man dann sieht, wie Produkte eines Kontinents oder gar der restlichen Welt mit Strafzöllen überzogen werden, die die Hauptlast der Konsequenzen, dieser Destabilisierungsroutinen eines kranken Systems tragen, um des weiteren die eigene Industrie zu stärken, deren Produkte – beispielsweise Kraftfahrzeuge – das geschätzt drei bis zehnfache an Benzin verbrauchen (ein Volkswagen Pluto verbraucht ungefähr drei Liter Benzin auf hundert Kilometer), dann wird mir schlecht. Ich müsste jetzt erst richtig essen, was ich um halb eins in der Nacht nicht mehr mache, doch auch dieses eine Spiegelei von vor einer halben Stunde, das ich gerne gegessen hatte, hätte ich nun große Lust, herauszuwürgen.
Ja, Kapitalismus. Eine Bemerkung aus Sarah Tackes Gesprächsrunde fällt mir gerade ein, ja, wir können Jugendliche für Apple-Produkte begeistern, nicht aber für Demokratie. So, oder ähnlich. Ja.
Leichtigkeit. Ha. Ja. >“Lass uns mal wider ausgehen!?“ – „Wovon?“: Probleme intellektueller Paare.< Mein Lieblingswitz. Ach ja.
Es ist schwierig. Das ist klar. Europa ist Freiheit. Freiheit im Sinne von Lebenskonzept, ist schwierig. Ich weiß das. Ich bin nur ein Überlebender, mit etwas über fünfzig Jahren Lebenspraxis – in diesem Leben ? – auf dieser Welt. Das ist nicht viel, und nicht wenig. Manchmal denke ich, wie dankbar ich wäre, wenn jemand, am besten zwei Personen, zwei Drittel meiner Erlebnisse aus meiner Biographie herausnehmen würden, und dann quasi übernehmen würden. Das wäre eine deutliche Entlastung, dann wäre mir vielleicht sogar mal wieder langweilig. Daher schaue ich mal, was ich jetzt, am 31.07.2026, um 00:40 Uhr noch tun kann, um loszulassen. Danke bis hierhin.
Thomas S.
